Die Lufthansa-Piloten streiken

Dienstag, 08. September 2015

All flights cancelled! Pilotenvereinigung Cockpit! Den Begriff hat man schon öfters im Zusammenhang mit Streiks in den Nachrichten gehört. Doch nun trifft es mich persönlich. Pünktlich zum Urlaubsbeginn haben sich die Lufthansapiloten überlegt zu streiken. Deshalb darf ich den ganzen Tag vor Abreise am Telefon in der Warteschleife der Lufthansahotline verbringen.

Schon bald ist klar, mein Flug Frankfurt nach Delhi findet planmäßig statt. Aber mein Flug von Leipzig nach Frankfurt ist ein Streikopfer geworden. Wie nun nach Frankfurt kommen? Kurz vor Mitternacht komme ich doch noch bei der Hotline durch und schaffe es, auf einen früheren Flug nach Frankfurt umgebucht zu werden. Soviel Stress brauche ich nicht nochmal vor einem Urlaub.

Das Gute daran! Dank Streik und Umbuchung bekomme ich eine neue Buchungsklasse und kann deshalb kurz vor Abfahrt Richtung Flughafen Leipzig noch den Hinflug in die Businessclass upgraden! Das erste Mal im A380 und das auch gleich noch Business! Schon ist der Stress vergessen.

Auf nach Ladakh

Mittwoch, 09. September 2015

Da ich nun bereits um 8:15 Uhr ab Leipzig fliege, geht es früh beizeiten auf die Autobahn. Auf dem Flugplatz verbringe ich die Wartezeit dank meines Upgrades in der Businesslounge und gönne mir ein zweites Frühstück.

Daniela und Bernhard, unsere österreichischen Mitstreiter, sind ebenfalls Streikopfer geworden. Deshalb sind auch sie wesentlich früher als geplant in Frankfurt und erwarten mich bereits.

Nun heißt es warten auf den Rest der Truppe! Also auf zur nächsten Flughafenbar. Wir haben ja schließlich Urlaub. Oliver trifft als Nächster ein. Per Handy lotsen wir ihn zu uns an die Bar. Jetzt fehlen nur noch Guido und Tim. Dann sind wir vollzählig.

Bis die Beiden ankommen, geht noch ein weiteres Bier drauf und wir berichten Oliver ausführlich von unserem „Streikabenteuer“. Gott sei Dank ist alles nochmal gut gegangen.

Während wir so an der Bar sitzen und reden kommen Guido und Tim an. Und dann kann es auch schon bald losgehen. 13:45 Uhr ist Abflug.

Am Gate trennen sich zumindest für den Flug unsere Wege. Ich darf ja bis Delhi die Businessclass genießen. Diese befindet sich im Oberdeck des Airbus A380. Direkt an Bord angekommen, will mir die Stewardess auch schon direkt meine Sachen abnehmen. Das ist mir in der Economy noch nicht vorgekommen.

Sofort bekomme ich ein Willkommensgetränk gereicht und die mehr als ausführliche Speisekarte. Ich soll mir mehrere Speisen zum Mittagessen und Abendessen aussuchen. Ich bin überfordert!

Der A380 hebt leise und fast unmerklich von der Landebahn ab und begibt sich auf den 7 stündigen Flug nach Delhi. Ich mache es mir gemütlich. Das Bedienteil für den Sitz gleicht einem Spielecontroller. Es gibt keine Richtung in welche der Sitz nicht verstellt werden könnte. Selbst der Härtegrad der Polsterung lässt sich einstellen.

Nach dem ersten Film schaue bei dem Rest unserer Truppe vorbei. Auch sie befinden sich im Oberdeck im hinteren Bereich. Da der Flieger, vermutlich aufgrund des Streiks maximal halb besetzt ist, ist auch in der Economy das Verhältnis Passagiere zu Stewardessen sehr großzügig. Genauso großzügig sind die Stewardessen mit den Getränken.

Nach einem Rundgang durch beide Decks geht’s zurück an meinem Platz. Zum Abendessen gönne ich mir noch einen weiteren Film. Dann geht der A380 auch schon bald in den Landeanflug auf Delhi über.

Gegen 0:40 Uhr rollt der Airbus zum Gate des Indira Gandhi International Airport. Jetzt sind wir Deutschland 3 Stunden und 30 Minuten voraus.

Ankunft in Leh

Donnerstag, 10. September 2015

Bis zu unserem Weiterflug nach Leh haben wir 5 Stunden Zeit! Es gibt aber genug zu tun. Zuerst durch die Visa- und Einreisekontrolle. Dann müssen wir unser Gepäck holen. Das wird nicht direkt nach Leh durchgecheckt.

Anschließend heißt es Geld holen und Gepäck umpacken. Für den Inlandsflug nach Leh hat jeder von uns nur 15 kg Hauptgepäck frei. (Auf dem Rückflug soll es noch schlimmer kommen!) Mit unserer ganzen Trekking- und Bergausrüstung kommt das niemals hin. Deshalb hat Oliver schon in Deutschland vorsorglich 10 kg Übergepäck angemeldet. Dieses packen wir jetzt in einen extra Packsack um.

Der Check-In für den Inlandsflug gestaltet sich nicht so einfach. Die Inder nehmen es mit den Gepäckgrenzen tatsächlich sehr genau. Jedes Kilogramm Übergepäck wird genau ermittelt. Zum bezahlen des Übergepäcks muss Oliver auch noch an das andere Ende des Terminals. Doch danach ist es geschafft. Wir haben alle unsere Bordkarten und das gesamte Gepäck ist eingecheckt.

Leider haben nun die meisten Geschäfte am Flughafen schon geschlossen. Es ist ja auch mitten in der Nacht und wer hält sich da schon am Flughafen auf? Außer Fluggäste natürlich!

Schließlich finden wir doch noch einen kleinen Imbissstand wo wir Snacks und etwas zu trinken bekommen. Hier bleiben wir bis zu unserem Weiterflug.

So bekommen wir auch diese Wartezeit überbrückt und besteigen gegen 5:30 Uhr unsere Boeing 737 von Jet Airways nach Leh.

Der Flug nach Leh führt uns über die Gebirgsketten des Himalaya und dauert nur 1,5 Stunden. Der Landeanflug ist spektakulär. Zwischen Gebirgsketten und durch Täler schlängelt sich unsere Maschine Richtung Flughafen. Die Tragflächen kratzen förmlich an den Berggipfeln. Wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir die Gipfel über uns. Leh liegt bereits auf fast 3.500 Metern Höhe. Starts und Landungen sind hier deshalb auch nicht einfach und aufgrund der Wetter- und Sichtverhältnisse immer in den frühen Morgenstunden.

Kurz nach 07:00 Uhr setzt unser Flugzeug auf. Der Flughafen ist klein, spartanisch und wird gleichzeitig auch als Militärflughafen genutzt. Nun heißt es warten auf unser Gepäck. Alle Passagiere drängeln sich in der kleinen Halle um das Gepäckband herum.

Nach und nach kommen alle unsere Taschen an. Dann geht’s raus. Die dünne Luft macht sich sofort bei uns allen bemerkbar. Jede schnelle Bewegung führt zu Schnappatmung und Pulsrasen.

Vor dem Flughafengebäude werden wir erwartet. Ein Mitarbeiter der örtlichen Agentur bringt uns zu unserem Hotel. Im Hotel Kaal werden wir die nächsten 3 Nächte verbringen und uns mit Ausflügen in Leh und der Umgebung langsam an die Höhe gewöhnen. Erst danach geht es auf unsere Trekkingtour.

Nachdem wir die Zimmer bezogen haben geht es auf eine erste kleine Erkundungstour in die City. Wir sind zwar alle fertig von der langen Anreise, aber wir wollen trotzdem versuchen den Tag durchzuhalten und uns sofort an die neue Zeit und den Tagesrhythmus zu gewöhnen.

Wir schlendern durch die staubigen Straßen von Leh. Unterwegs decken wir uns mit Trinkwasser ein. Wie üblich, sollten wir hier nicht das Wasser aus der Leitung zum Trinken verwenden. Im Laufe des Vormittages steigt die Sonne immer höher und sorgt für angenehm warme Temperaturen weit über 20 Grad.

Zum Mittag sind wir zurück im Hotel. Hier haben wir Vollverpflegung und deshalb steht ein reichhaltiges Mittagsbuffet mit sehr leckeren indischen Speisen bereit.

Die nächsten Stunden verbringen wir im Hotelgarten mit relaxen in der Sonne. Mittlerweile sind wir alle immer müder geworden, doch wir halten tapfer durch.

Am Nachmittag geht es noch einmal in die City. Wir lassen es weiter schön langsam angehen. Wir haben die nächsten Tage noch genügend Zeit für Stadtbesichtigungen. In einem kleinen Gardenrestaurant lassen wir uns nieder und genießen ein erstes Kingfisher Bier. Da in ganz Ladakh der Handyempfang für ausländische Handys gesperrt ist (Hat eigentlich auch was Gutes! Kein Handyklingeln! Keine SMS oder WhatsApp-Nachrichten!) bieten fast alle Restaurants WLAN an. Somit können wir wenigstens kurz an die daheimgebliebenen Nachrichten schicken, dass wir gut angekommen sind. Danach verschwinden die Handys für die nächsten 3 Wochen im Gepäck.

Gegen 18:00 Uhr wird es dunkel. Mit Einbruch der Dunkelheit wollen wir zurück im Hotel sein. Unser Abendessen steht dann auch schon bald bereit.

Nach dem Essen sind wir alle recht schnell auf unseren Zimmern verschwunden. Nun reicht es wirklich. Schon bald liegen wir in unseren Betten.

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