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Lungden - Renjo La - Gokyo

Dienstag, 05. November 2019

Lange Etappen erfordern frühes Aufstehen. Um 04:30 Uhr klingelt der Wecker. Draußen ist es noch stockdunkel. In den Zimmern ist es kalt. Schnell raus aus dem warmen Schlafsack und rein in die warmen Sachen.

Im Aufenthaltsraum wartet schon das Frühstück auf uns. Aber außer Tee und einem hart gekochten Ei bekomme ich um die Zeit noch nichts runter. Das muss reichen.

Gegen 5:45 Uhr brechen wir im Schein unserer
Von Lungden über den Renjo La nach Gokyo Zum Vergrößern auf das Bild klicken!
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Stirnlampen in Richtung Pass auf. Wir verlassen Lungden, laufen noch eine Weile am Hang entlang taleinwärts. Kurze Zeit später führt ein Pfad rechts ab den Hang hinauf. Hier geht’s weiter zum Renjo La.


Schon bald brauchen wir unsere Stirnlampen nicht mehr. Das erste Licht des Tages reicht um uns den Weg zu zeigen. Dieser führt in Serpentinen steil bergauf. Es ist kalt, aber nicht eisig. Der Boden ist gefroren und mit Reif bedeckt.


Bis auf eine Höhe von 4.800 Meter geht es steil weiter. Danach wird das Gelände vorerst etwas flacher. Im gefrorenen Sandboden sehen wir Spuren von Schneeleoparden. Leider ist sonst von dem scheuen Tier nichts zu sehen.


Bis auf 4.900 Meter Höhe geht es flach weiter. Wir kommen an einem Bergsee vorbei. Von hier können wir den Pass auf knapp 5.400 Metern Höhe schon sehen. Im steilen Gelände erkennen wir, wie sich der Pfad dort hinauf schlängelt.


Bevor wir den letzten Aufstieg starten, legen wir hier nochmal eine kurze Pause ein. Wir ziehen ein paar warme Sachen aus. Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen und das Gelände sorgt dafür, dass wir ins Schwitzen kommen. Noch einmal etwas stärken, ein paar Schlucke trinken und mit Sonnencreme einreiben.


Dann geht’s auf das letzte Teilstück zum Pass. Ab jetzt geht es wieder steil hinauf. Teilweise liegt Schnee und Eis im felsigen Gelände.

Auf über 5.000 Metern Höhe ist die Luft ist dünn. Wir kämpfen uns die letzten Meter hinauf zum Renjo La. Schritt für Schritt. Wir können die Gebetsfahnen am Pass sehen. Noch ein paar Meter. Die in das Felsgestein gelegten Stufen machen es einfacher.


Dann ist es geschafft. Gegen 11 Uhr stehen wir am Renjo La auf 5.400 Metern Höhe. Wir gratulieren uns gegenseitig zum Erfolg und schnaufen erstmal richtig durch. Das Wetter meint es sehr gut mit uns. Es ist nicht sehr kalt, die Aussicht ist fantastisch. Unter uns sehen wir Gokyo und dahinter thront majestätisch der höchste Berg der Erde, der Mount Everest.


Wir genießen die Pause und die Aussicht vom Pass. Weitere Trekker kommen von beiden Seiten auf den Pass gelaufen. Alle freuen sich, den höchsten Punkt der Etappe erreicht zu haben. Auch hier oben heißt es wieder trinken, trinken und nochmal trinken. Schnell noch einen Riegel als Stärkung gegessen.


Dann machen wir uns nach einer halben Stunde Pause auf den Abstieg nach Gokyo. So steil wie es hinauf ging, so steil geht es auf der anderen Seite auch wieder runter. Teilweise ist der Pfad sehr rutschig. Wir müssen gut aufpassen, wo wir hintreten.


Dann kommen wir auf ein Plateau. Nun geht es erst einmal relativ eben weiter. Hier machen wir auch wieder eine kurze Pause. Anschließend führt uns erneut ein steil abfallender Pfad von dem Plateau herunter.

Nun geht’s recht gemütlich weiter. Der Weg nach Gokyo führt immer am Hang des Gokyo Ri entlang. Rechts unter uns schimmert türkisfarben der Gokyo Lake. Vor uns am Fuß der Gletschermoräne sehen wir den kleinen Ort Gokyo. Bis dahin müssen wir es noch schaffen. Das sollte uns doch gelingen.

Gegen 14:00 Uhr ist es soweit. Gokyo ist erreicht. In der Namaste Lodge warten schon unsere Zimmer für die nächsten 2 Nächte auf uns.


Nachdem wir die Zimmer bezogen haben, gönnen wir uns ein erstes Pass-Bier während wir darauf warten, dass wir bei der heißen Dusche an der Reihe sind. Danach geht einem gleich besser. Den Rest des Nachmittages sitzen wir im Gemeinschaftsraum zusammen und warten auf das Abendessen.

Nach dem Abendessen gibt’s noch ein kleines Highlight. Philipp hat heute Geburtstag und unsere Guides haben eine Geburtstagstorte organisiert. Nach einem Geburtstagsständchen feiern wir gemeinsam mit Philipp. Leider soll das aber auch unser letzter gemeinsamer Abend mit ihm werden.