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Ohne Salz auf der Umbwe Route

Donnerstag, 23. Januar 2014

Los geht’s! Kilimanjaro zum Zweiten! Warum tue ich mir das nochmal an? Erstens, weil es so schön war. Zweitens, weil wir über die wenig begangene und anspruchsvollste Route, die Umbwe Route den Kilimanjaro besteigen. Drittens, weil wir dabei die Gipfeletappe durch die berüchtigte Western Breach nehmen. Und Viertens, weil wir zu guter Letzt auf dem Kilimanjaro im Kratercamp übernachten. Somit haben wir erst die Möglichkeit, direkt zum Krater zu gehen und einen Blick hineinzuwerfen.

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8:00 Uhr steht unsere Gruppe wie vereinbart abmarschbereit mit dem gesamten Gepäck für die Tour am Hotel. Doch ihr wisst ja, wir sind in Afrika. Da ticken die Uhren anders. Bis endlich das gesamte Gepäck verladen ist und es tatsächlich losgeht ist es 9:00 Uhr geworden.

Mit dem Bus und unseren Guides fahren wir zum Kilimanjaro. Zuerst geht es jedoch zum Machame Gate. Dort müssen wir uns für die Bergbesteigung registrieren. Da auf der Umbwe Route nicht soviel los ist, gibt es dort keinen Parkranger, der das übernimmt. Nach längerer Busfahrt sind wir am Gate. Kurz raus aus dem Bus. Jimmy und Regan übernehmen die Formalitäten. Wir besuchen für die nächsten sieben Tage das letzte mal eine „ordentliche“ Toilette.


Nach kurzer Pause geht die Fahrt zum Umbwe Gate weiter. Immer am Fuß des Kilimanjaro entlang von Bananenplantagen und durch die Ausläufer des Regenwaldes führt die schmale Straße durch kleine Dörfer.

Gegen 11:30 Uhr kommen wir am Umbwe Gate auf 1.660 m Höhe an. Über 4.200 Höhenmeter bis zum Gipfel liegen noch vor uns. Hier warten schon die Träger mit der restlichen Ausrüstung auf uns. Zelte, Campingausrüstung und Verpflegung müssen die ganze Zeit den Berg hinauf und wieder herunter getragen werden. Für unsere 10 Mann starke Gruppe haben wir sage und schreibe eine Begleitmannschaft von 42 Leuten. Diese setzt sich aus den Guides, Köchen und Trägern zusammen. In Europa könnten wir so eine Mannschaft gar nicht bezahlen. Afrika macht´s möglich. In bisschen komisch fühlen wir uns schon dabei.

Während die Ausrüstung auf die Träger verteilt wird, gehen wir einer guten alten Tradition nach. Es ist Mittagszeit. Wir verdrücken unsere Lunchpakete. Was wir jetzt essen, brauchen wir gleich nicht mehr den Berg hochtragen.

Dann geht’s los. Regan ruft zum Aufbruch.
Mit ihm starten wir die Tour. Vorerst führt uns die Route auf einem breiten Forstweg entlang. Dieser ist auch noch für Jeeps geeignet. Kann man mit dem Auto auf den Kilimanjaro fahren?

Ab und zu überholen uns ein paar Träger
mit unserer Ausrüstung. Von den restlichen Guides ist allerdings weit und breit noch nichts zu sehen. Weiter sind wir allein mit Regan unterwegs. Vorerst führt der Weg
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auch nur gemächlich bergauf.


Doch bald wird der Weg schmaler. Spätestens hier ist für Fahrzeuge Schluss. Je schmaler der Weg wird, umso steiler wird er auch. Es musste ja irgendwann so kommen. Die einzelnen Etappen der Umbwe Route sind recht kurz. Dafür müssen halt auch auf wenigen Kilometern Weglänge die üblichen 1.000 Höhenmeter je Tag überwunden werden. Das funktioniert halt nur mit steilen Anstiegen.


Schon bald macht der Regenwald seinem Namen alle Ehre. Es fängt zu regnen an. Also raus mit dem Regenschutz. Von Regenjacke über Poncho bis Regenschirm ist alles vertreten. Ein Tipp! Der Regenschirm ist in den sehr warmen unteren Regionen des Kilimanjaro eine sehr gute Alternative zu Regenjacke. Allerdings hat man dann halt nicht beide Hände frei.


So geht es nun die nächsten Stunden weiter. Regen und Sonnenschein wechseln sich ab. Der Weg wird rutschiger. An den steilen Passagen müssen wir aufpassen nicht zu stürzen.

Kurz vor 18:00 Uhr tauchen zwischen den Bäumen Zelte auf. Wir haben es geschafft. Wir haben das Umbwe Cave Camp auf fast 3.000 m Höhe erreicht. 1.300 Höhenmeter liegen hinter uns. Zwischen knochigen alten Bäumen und Wurzeln liegt der ziemlich feuchte und beengte Zeltplatz.

Wir beziehen unsere Zelte. Nur Oliver steht noch ohne Zelt da. Kurz durchgezählt und siehe da, ein Zelt fehlt noch. Der Grund ist ganz einfach. Bisher sind noch nicht alle Träger angekommen. Von unseren restlichen Guides haben wir auch noch nichts gesehen.


Das Mannschaftszelt ist jedoch schon da, so können wir es uns darin erstmal bequem machen. Regan kommt mit einem ziemlich traurigen Gesicht und niedergeschlagener Körperhaltung bei uns vorbei. Mit leiser Stimme meint er „Ich habe eine schlechte Nachricht für Euch!“

Was ist passiert? Noch immer fehlen Guides und Träger! Gab es Probleme oder gar einen Unfall? Dann meint Regan „Sorry, we have no salt!“ Das Abendessen fällt heute spärlich und vor allem ungesalzen aus!

Wir sehen uns alle verdutzt an und müssen lachen. Nun versteht Regan die Welt gar nicht mehr. Für ihn ist es eine „schlimme“ Nachricht und wir alle lachen. Dabei haben wir mit dem schlimmsten gerechnet. Sogar damit, eventuell wieder absteigen zu müssen.

Dann klärt uns Regan auf. Jimmy und seine Jungs mussten nochmal zum Machame Gate zurückfahren, da die Genehmigung für die Western Breach gefehlt hat. Ohne diese wär der Aufstieg über die geplante Route nicht möglich gewesen. Die restlichen Träger sind aus für uns nicht ersichtlichen Gründen auch mitgefahren. Deshalb die Verspätung. Wie heißt es so schön: „Das ist Afrika!“

Zum Abendessen gibt’s heute deshalb auch nur Pellkartoffeln und Kraut. Natürlich ungesalzen!

Gegen 20:00 Uhr kommen Jimmy, die restlichen Guides und Träger im Camp an. Nun sind wir vollzählig. Regans Stimmung ist auch gleich wieder besser.

Nachdem wir den Plan für den nächsten Tag besprochen haben ziehen wir uns bald in unsere Zelte zurück. Morgen liegt wieder ein langer Tag und eine anstrengende Etappe vor uns.


 








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